Aus der Musikgeschichte wissen wir, dass es gar nicht wenige Komponisten gab, die zum einen ihre eigenen Werke für verschiedene Besetzungen veröffentlichten und zum anderen nichts einzuwenden hatten, wenn ihre Werke von etablierten Tonschöpfern uminstrumentiert wurden. Einer davon war der bekannte deutsche Spätromantiker Richard Strauss. Er dirigierte sogar höchst persönlich städtische Blasorchester Spaniens, die seine Sinfonischen Dichtungen in Transkriptionen zum Besten gaben. „APROPOS Richard Strauss“ aus der Feder des Südtiroler Komponisten Gottfried Veit greift diese tradierte Praxis auf, indem er die „Fanfare“ von Richard Strauss aus dem Schauspiel DIE JÄGER von August Wilhelm Iffland (TrV 165) mit dem Abschnitt „Auf dem Gipfel“ aus der Komposition „Eine Alpensinfonie“ op. 64 dieses bekannten Tonschöpfers kombiniert. Durch die tempomäßige Anordnung von schnell-langsam-schnell entsteht bei dieser Bearbeitung eine ausgewogene dreiteilige Liedform (AA´ B AA`), die sich kompositorisch bereits unzählige Male bewährt hat. Im ersten Teil bringt Gottfried Veit die neuntaktige Fanfare zuerst in der Originalgestalt ausschließlich für Blechblasinstrumente sowie Pauken und wiederholt diese mit Hinzunahme aller Holz- und mehrerer Perkussionsinstrumente. Der ruhige Mittelteil mit dem Titel „Auf dem Gipfel“ erklingt im Anschluss daran nahezu in seiner Originalgestalt, außer dass die hohen Stimmen der Streichinstrumente auf das Klarinetten- und das Saxophonregister übertragen wurden. Dann folgt wieder die „Fanfare“ als eine authentische Reprise. Diese mündet jedoch in einer ebenso kurzen wie prägnanten „Coda“, die zum abschließenden dynamischen Kulminationspunkt führt.